Die ersten Anfänge

Hans Köck (um 1905)
Judo war in Österreich um die Jahrhundertwende bereits bekannt. Damals wurde es noch Ju-Jitsu oder Jiu-Jitsu genannt. Auf Grund der Tatsache, daß zu diesem Zeitpunkt noch keine japanischen Lehrer in Österreich tätig waren, war der Kampfstil eher eine Mischung zwischen dem bekannten Ringen, Boxen und einigen Verteidigungsgriffen. Der erste namentlich feststellbare Vertreter in Österreich war der damals populäre Ringer
Hans Köck. Er hielt sich um 1900 in England auf, wo zu diesem Zeitpunkt die bekannten Kodokan-Jünger
Yukio Tani (ab 1899) und
Sadukasu Ueynishi (ab 1900) lehrten. Von England wieder in seine Heimat zurückgekehrt führte er Ju-Jitsu, oder
Jiu-do wie es damals bezeichnet wurde, beim Wiener Athletiksport-Club (WAC) ein. Im Jahre 1905 führte er sogar eine Demonstration dieser Kunst bei der Wiener Polizei vor. Einer seiner Schüler war der ebenfalls bekannt Ringer
Henry Baur. Baur übernahm nach dem Tod von Köck die Sektion Schwerathletik beim WAC und führte bis 1926 auch das Ju-Jitsu weiter. Bekannte Schüler von Henry Baur waren der Polizei-Revierinspektor
Josef Diwischek,
Otto Pürtner und
Leopold Wunsch. Diwischek lehrte Ju-Jitsu bei der Wiener Sicherheitswache. Sein populärster Schüler war
Prof. Franz Rautek, der auch durch seine Griffe in der Ersten Hilfe bekannt wurde. Auch in den Bundesländern war diese Kampfkunst bereits bekannt. Ein gewisser
Rumanob unterrichtete 1912 die Linzer Polizei in dieser Disziplin. Der Erste Weltkrieg unterbrach jedoch die vielversprechende Arbeit dieser ersten Pioniere.